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Selbstmitgefühl: Freundlich mit sich selbst umgehen

In stressigen Zeiten oder schwierigen Momenten fällt es uns oft schwer, freundlich mit uns selbst umzugehen. Ein Fehler bei der Arbeit, eine unerwartete Herausforderung oder ein Konflikt können leicht dazu führen, dass wir uns selbst hart beurteilen. Doch genauso wie wir einem Freund oder einer Freundin Unterstützung und Verständnis entgegenbringen würden, können wir auch lernen, mit uns selbst mitfühlender umzugehen.

Selbstmitgefühl ist die Kunst, sich selbst mit Freundlichkeit und Verständnis zu begegnen. Anders als bei Selbstkritik, die uns oft hart urteilen lässt, lädt Selbstmitgefühl uns ein, in schwierigen Zeiten aufbauend zu uns selbst zu sein. Es bedeutet, die eigenen Emotionen und Schwächen anzuerkennen und ihnen mit Geduld und Empathie zu begegnen – ohne uns zu verurteilen.

Was genau ist Selbstmitgefühl?

Selbstmitgefühl bedeutet, achtsam und ohne harte Bewertung im Umgang mit den eigenen Fehlern und Schwächen zu sein. Oft sind wir in Momenten der Unsicherheit und Enttäuschung die ersten, die uns selbst verurteilen. Mit Selbstmitgefühl versuchen wir hingegen, uns dieselbe Freundlichkeit zu schenken, die wir anderen in ähnlichen Situationen entgegenbringen würden.

Selbstmitgefühl beruht auf drei wesentlichen Elementen:

  1. Freundlichkeit zu sich selbst statt Selbstkritik: Ersetze strenge Gedanken durch einfühlsame und verständnisvolle Worte.
  2. Gemeinsame Menschlichkeit: Du bist nicht allein. Leid und Fehler gehören zum Leben und zur menschlichen Erfahrung.
  3. Achtsamkeit: Lass dich nicht von schwierigen Gefühlen überwältigen, sondern betrachte sie ohne Wertung. Nimm den Moment so an, wie er ist.

Warum ist Selbstmitgefühl wichtig?

Viele Studien haben gezeigt, dass Menschen, die Selbstmitgefühl praktizieren, gelassener und weniger gestresst sind. Selbstmitgefühl verbessert das allgemeine Wohlbefinden und macht uns resilienter in schwierigen Lebensphasen. Anstatt das eigene Selbstwertgefühl von Erfolg oder Misserfolg abhängig zu machen, lernen wir durch Selbstmitgefühl, uns so anzunehmen, wie wir sind. Es bietet uns ein inneres Fundament, das uns auch in Zeiten der Herausforderung stärkt.

Übungen für mehr Selbstmitgefühl

1. Selbstmitgefühls-Tagebuch
Nimm dir jeden Abend fünf Minuten Zeit, um in einem Tagebuch festzuhalten, bei welchen Gelegenheiten du dir heute etwas mehr Selbstmitgefühl hättest schenken können. Notiere, was passiert ist und wie du anders reagieren könntest. Zum Beispiel: „Heute habe ich mir Vorwürfe gemacht, weil ich eine Aufgabe nicht perfekt erledigt habe. Ich hätte mir auch sagen können: ‚Ich habe mein Bestes gegeben, und das ist genug.’“

2. Positive Selbstgespräche üben
Oft reden wir uns gegenüber härter, als wir es bei anderen Menschen je tun würden. Übe, sanftere Worte zu finden, wenn du in schwierigen Situationen mit dir selbst sprichst. Vielleicht hilft dir der Satz: „Ich bin hier, um für mich selbst da zu sein, egal, was kommt.“ Oder probiere es mit: „Ich bin nicht perfekt, und das ist okay.“

3. Achtsame Selbstberuhigung
Nimm dir täglich ein paar Minuten Zeit, um bewusst ein paar tiefe Atemzüge zu nehmen und dich auf deine Atmung zu konzentrieren. Schließe die Augen und wiederhole innerlich ein beruhigendes Mantra wie „Ich darf mich ausruhen“ oder „Ich nehme mich so an, wie ich bin“. Solche Momente helfen dir, schwierige Emotionen zu akzeptieren und innerlich zur Ruhe zu kommen.

4. Selbstmitgefühl durch Bewegung fördern
Auch körperliche Bewegung kann Selbstmitgefühl unterstützen. Gehe spazieren, dehne dich oder nimm dir eine Auszeit für Yoga. Bewegungen, die dir Freude bereiten, erinnern dich daran, dass du dich um dich selbst kümmern darfst und es wert bist, gut behandelt zu werden.

Den Alltag achtsamer gestalten

Schon kleine Momente können den Unterschied machen. Selbstmitgefühl lässt sich schrittweise im Alltag integrieren – du musst nicht sofort alle Übungen anwenden, sondern kannst mit einer starten und sie zu einer Gewohnheit machen. Mit der Zeit wirst du bemerken, dass du ruhiger und weniger kritisch mit dir selbst wirst.

Warum also nicht heute damit beginnen? Indem du lernst, selbstmitfühlend zu sein, findest du zu einer inneren Stärke und einem Gefühl der Akzeptanz. Selbstmitgefühl ist keine Schwäche, sondern ein kraftvolles Werkzeug, das dir hilft, achtsamer und liebevoller mit dir selbst umzugehen.